Wir mischen uns ein

Naturschutzpolitik
Wir mischen uns ein - Foto: NABU/Claus Mayr

Naturschutz wie er seit Jahrzehnten vom NABU und anderen Naturschutzverbänden betrieben wird, ist in einem täglich komplexer werdenden, global ausgerichteten Wirtschafts- und Politik-Umfeld nicht mehr möglich. Die Umwelt- und Naturzerstörung hat in vielen Bereichen ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Diese Entwicklung muss zum Wohle von Mensch und Natur beendet werden, der Zeitpunkt dafür ist - jetzt.


Neubaugebiet in Wegberg
Foto: NABU/G.Kaufhold

Flächenversiegelung

Die Inanspruchnahme von Landschaft kann viele Facetten haben. Wohnbaugebiete, Gewerbe- und Industriegebiete, Verkehrswege, Infrastruktur, Freizeitparks etc. - immer wird Boden, landwirtschaftliche Fläche und Natur unwiderbringlich zerstört.

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Bebauungspläne der Stadt Wegberg

Stellungnahmen NABU Wegberg August 2021

Bebauungsplan VII - 06, Uevekoven - Barbarastraße

Die Stadt Wegberg plant zwischen Barbarastraße und Erkelenzerstraße im Südosten von Uevekoven eine ca. 15.000 Quadratmeter (1,5 ha) große Fläche zu bebauen.

Kritisch sehen wir die Inanspruchnahme von strukturreichen, ökologisch wertigen Flächen wie wir sie hier in dem Übergangsbereich zwischen dörflicher Siedlung und freier Landschaft vorfinden. Ursprünglich gärtnerisch für Obst- und Gemüseanbau sowie landwirtschaftlich vorrangig als Mähwiese genutzte Flächen gehen verloren,  die schwindende Biodiversität weiter forciert. Hinzu kommen aufgrund der Ortsrandlage Konflikte mit angrenzenden Lebensräumen (Kiebitzbrutgebiet!).

Anstatt dem Grundsatz der Raumordnung zum Flächenschutz nachzukommen, vor der Versiegelung von Freiflächen die Innenentwicklung zu fördern, wird mit dem vorliegenden Bebauungsplan der Flächenversiegelung weiter Vorschub geleistet.

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Stellungnahme NABU Wegberg zum Bebauungsplan VII - 06, Uevekoven - Barbarastraße
Stellungnahme_BP-VII-06-Uevekoven-Barbar
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Bebauungsplan I - 50, Wegberg, Venloer Straße

Wir halten die Planung für nicht vereinbar mit den Zielen des Klimaschutzes, der nachhaltigen Siedlungsentwicklung, des Arten- und Landschaftsschutzes und den dringend notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise. 

Es handelt sich bei der beplanten Fläche um die einzige große Grünland-Fläche im Innenring, die nicht intensiv genutzt wird. Wasser kann hier noch großflächig versickern. Eine großflächige Versiegelung dieser Fläche, wie sie der Entwurf des BP derzeit zulassen würde (GRZ bis 0,6), hätte stärkere Hochwasserspitzen in der Schwalm und Engpässe in der Kanalisation zur Folge. Deutlich stärkere Regenfälle sind bereits heute und erst recht in Zukunft zu erwarten, wie sich im Juli 2021 auf furchtbare Weise u.a. in der Eifel und entlang von Rur, Wurm und Inde gezeigt hat.

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Stellungnahme NABU Wegberg zum Bebauungsplan I - 50, Wegberg - Venloer Straße
Stellungnahme_BP-I-50-Venloer-Straße-frü
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Stellungnahme NABU Wegberg April 2021

Bebauungsplan III - 04C, Arsbeck - Auf dem Kamp (3. Teil BP)

Bei diesem Teilbebau-ungsplan handelt es sich  wie so häufig um eine dörflich geprägte Ortsrandlage, in diesem Fall in Arsbeck, einer Ortschaft der Stadt Wegberg. Über 40.000 Quadratmeter Wald-, Acker- und Wiesenflächen mit altem Streuobst-wiesenbestand, Einzelbäumen, Sträuchern und einer für Höhlenbrüter wichtigen Baumhecke wird hier überbaut.

In der Nachbarschaft bereits errichtete Häuser aus den vorangegangenen Bauabschnitten machen deutlich wie es hier bald aussehen wird: Schottervorgärten, Metallgitterzäune mit Plastikgeflecht, große versiegelte Flächen in den "Gärten", Dekorationsobjekte made in China und ein paar Ziergehölze. Wenige gelungene Ausnahmen sind erfreulicherweise auch zu finden.

Aber noch besser ist die Absicht der Stadt Wegberg, das geplante große Baugebiet (4,05 ha) mit einer öffentlichen Grünfläche von 541 (!) Quadratmetern auszustatten.

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Stellungnahme NABU Wegberg Bebauungsplan III - 4C, Arsbeck - Auf dem Kamp (3. Teil-BP) - Öffentliche Auslegung
Stellungnahme_III-4C_3.Teil-BP_Offenlage
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