Die RP berichtete kürzlich darüber, dass 150 in einem FFH*-Gebiet bei Wildenrath gepflanzte Roteichen wieder entfernt werden müssen. Dies hat Unverständnis und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Der nachstehende Leserbrief von Felix Becker möchte da einiges klarstellen und Sachverhalte richtig einordnen.
Felix Becker:
"Dass im Wildenrather Wald 150 junge „amerikanische Roteichen“ weichen müssen, dient dem Schutz, dem Erhalt und der Entwicklung dieses sensiblen Natur- und FFH-Schutzgebietes. Denn das schwer
verrottbare Falllaub der hier leider verwendeten fremdländischen Eichenart deckt über sehr lange Zeit den Waldboden dicht ab und verhindert so die Entwicklung der heimischen Krautschicht, deren
Erhalt auch Naturschutzziel ist. Deshalb ist die Aufforstung mit amerikanischen Roteichen hier nicht nur rechtswidrig, sondern auch naturschutzfachlich falsch. Es war somit notwendig, diese
standortfremde Baumart hier wieder zu entfernen.
Naturschutzgebiete dienen dem Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und sollen deren artgerechte Lebensräume erhalten und weiterentwickeln. Natur- und FFH-Schutzgebiete scheiden deshalb als Experimentierflächen zur Testung der Klimaresistenz fremdländischer Pflanzenarten aus. Der Landschaftsplan „Schwalmplatte“ als rechtsverbindliche Satzung des Kreises regelt verbindlich, was hier im Natur- und FFH-Schutzgebiet „Helpensteiner Bachtal, oberes Schaagbachtal und Petersholz“ verboten, erlaubt und zu entwickeln ist. Die entsprechenden Regeln des Landschaftsplans sind wie Verbote im Straßenverkehrsrecht von jedermann – gerade auch von Behörden und öffentlichen Waldbesitzern – zu befolgen!
Wo jetzt auf der im Stadtbesitz befindlichen Waldfläche entgegen den Landschaftsplanfestsetzungen amerikanische Roteichen fälschlicherweise aufgeforstet wurden, waren ursprünglich Fichten abgängig. Statt nun auf Kosten der Stadt hier regelwidrig mit den fremdländischen Eichen aufzuforsten, hätte man gemäß der Möglichkeit nach Paragraf 44 Landesforstgesetz und im Sinne der hier vorrangigen Rechtsetzungen des Landschaftsplans eine natürliche Bestockung ermöglichen sollen.
Förster Gingter mag sich im Vorfeld der Pflanzung viele Gedanken gemacht haben, besser wäre es gewesen, wenn er den Landschaftsplan und die gültigen Regeln für dieses Natur- und FFH-Schutzgebiet beachtet hätte.
In Natur- und FFH-Schutzgebieten spielen grundsätzlich unterschiedliche Fachansätze über die Durchmischung von Wald keine Rolle – hier gelten die gesetzeswirksamen Landschaftsplanregeln, soll die bedrohte heimische Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden.
Leider erfolgte bei der Aufforstung mit den amerikanischen Roteichen nicht nur eine fehlerhafte Baumartenauswahl, sondern mit dem Einsatz schwerer Maschinen auch eine massive Bodenverdichtung, die dem Verschlechterungsverbot in FFH-Gebieten zuwidergelaufen ist. Es wird Jahre dauern, bis dieser Schaden behoben ist.
Insgesamt sind das Vorgehen und die Argumentation des Försters naturschutzfachlich schwer nachvollziehbar, zumal die Forstbehörden bei der Aufstellung von Landschaftsplänen beteiligt sind – also Ziele der Landschaftsplanung kennen müssen.
Dass die zuständigen Behörden einschließlich des „Landesbetriebes Wald und Holz“ als obere Forstbehörde und vorgesetzte Dienststelle von Förster Gingter hier eine Korrektur anordnen mussten, war überfällig."
* FFH=Fauna-Flora-Habitat, Richtlinie 92/43/EWG
Aus Sicht des Naturschutzes ein Problem.
Die Roteiche stammt ursprünglich aus Nordamerika. Wegen ihres schnellen Wachstums, ihrer schönen Herbstfärbung und ihrer vermeintlichen Eignung für den Klimawandel wird sie mancherorts als
Zukunftsbaum gehandelt.
Der NABU Bundesverband weist seit Jahren darauf hin, dass nicht heimische Baumarten in naturnahen Wäldern und besonders in Schutzgebieten problematisch sind.
Wälder sind komplexe Lebensräume, die sich über Jahrtausende gemeinsam mit heimischen Baumarten, Insekten, Pilzen, Vögeln und vielen anderen Arten entwickelt haben. Diese natürlichen Beziehungen
gibt es mit der Roteiche nicht in vergleichbarer Weise.
Unsere heimischen Eichen, also Stieleiche und Traubeneiche, gehören zu den ökologisch wertvollsten Bäumen überhaupt. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für eine enorme Zahl spezialisierter
Tierarten. Die Roteiche kann diese Funktion nicht ersetzen. Sie ist für viele heimische Insekten und andere Arten deutlich weniger wertvoll.
Hinzu kommt: Die Roteiche kann sich in Wäldern stark verjüngen und sich lokal ausbreiten. Dadurch kann sie heimische Baumarten verdrängen und die natürliche Entwicklung und Waldgesellschaften
verändern. Auch Boden, Lichtverhältnisse und die Vegetation im Unterwuchs können sich durch Roteichenbestände verändern. Genau das ist aus Sicht des Naturschutzes problematisch.
Besonders deutlich gilt das in Naturschutzgebieten und in FFH Gebieten. Dort geht es nicht um forstliche Experimente oder um schnelle Holzerträge, sondern um den Schutz seltener Arten, wertvoller
Lebensräume und natürlicher Waldentwicklung. Nicht heimische Baumarten wie die Roteiche können diese Schutzziele gefährden und haben dort aus Sicht des Arten- und Naturschutz nichts
verloren.
Wer artenreiche und klimaresiliente Wälder will, muss auf heimische, standortgerechte Baumarten setzen. Wenn wir Eichen fördern wollen, dann unsere heimischen Arten: Stieleiche und Traubeneiche.
Sie sind ein echter Gewinn für die biologische Vielfalt.
Unser Fazit:
Die Roteiche ist kein Baum für naturnahe Wälder und schon gar kein Baum für Naturschutzgebiete oder FFH Gebiete. Wer Wälder und bedrohte Wildtiere schützen will, setzt auf heimische Arten statt
auf problematische Exoten.
24.04.2026
Am 24. April durfte der NABU Wegberg dem Ehepaar Rositzka eine besondere Auszeichnung überreichen: die Plakette für ein schwalbenfreundliches und eulenfreundliches Haus.
Auf ihrem liebevoll erhaltenen, alten Bauernhof haben die beiden ein echtes Paradies für Tiere geschaffen. Neben ihren Pferden und vier Hunden prägt vor allem ihre große Tierliebe das Leben auf
dem Hof – und das zeigt Wirkung: Zahlreiche Schwalben haben hier ein sicheres Zuhause gefunden. Doch damit nicht genug: Auch ein Steinkauz, ein Uhu, Fledermäuse und Schleiereulen profitieren von
den naturnahen Strukturen und den geschützten Lebensräumen.
Der Hof des Ehepaars Rositzka ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie durch Engagement und Rücksichtnahme wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten erhalten und geschaffen werden können. Der
NABU Wegberg bedankt sich herzlich für diesen Einsatz und gratuliert zur verdienten Auszeichnung.
16.04.2026
Am Donnerstag, den 16. April, um 19 Uhr verwandelte sich der Vortragsraum der Wegberger Mühle in ein kleines Stück Wald. Rund 30 Menschen waren gekommen, um Angela Suchan zu erleben – und sie
wurden nicht enttäuscht. Die Veranstaltung, getragen von NABU Wegberg und dem Netzwerk für Natur und Nachhaltigkeit (NNN), entwickelte sich schnell zu einem Abend, der weit über reine
Wissensvermittlung hinausging.
Angela Suchan brachte eine ungewöhnliche Mischung mit: Coach, Wirtschaftsmediatorin, Waldführerin, Resilienztrainerin. Diese Kombination verlieh ihrem Vortrag eine besondere Tiefe – als würde
jemand gleichzeitig mit dem Kopf, dem Herzen und den Füßen im Wald stehen.
Im Zentrum stand die Frage, warum der Wald uns so guttut. Und es wurde schnell klar: Der Wald ist weit mehr als eine Kulisse. Er ist ein stiller Heiler. Er senkt Stresshormone wie Kortisol,
beruhigt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem. Terpene – jene ätherischen Öle der Bäume – wurden zu unsichtbaren Verbündeten, die wir beim Atmen aufnehmen und die unsere körpereigenen
Killerzellen aktivieren. Selbst unser Mikrobiom profitiert. Schon wenige Minuten im Wald reichen, um die Stimmung zu heben, den Kopf zu klären und die Erholung spürbar zu machen. Die Farbe Grün,
so unscheinbar sie wirkt, wurde zur heimlichen Protagonistin des Abends.
Ein weiterer Schwerpunkt führte in die Welt naturbelassener Wälder. Studien zeigen: Je wilder, desto wohltuender. Und plötzlich rückte auch die gesellschaftliche Dimension in den Fokus. Der Wald
ist laut Bundeswaldgesetz ein Erholungsraum für alle – ein Ort, der uns gehört und den wir zugleich schützen müssen. Dieses Bewusstsein wächst, und es war im Raum deutlich zu spüren.
Doch der Abend scheute auch kritische Themen nicht. Der „Holzhunger“ Deutschlands wurde offen angesprochen: Ein Großteil des geschlagenen Holzes landet nicht in langlebigen Möbeln, sondern in
Papier oder Öfen. Die verbreitete Annahme, Holzheizen sei automatisch klimaneutral, wurde differenziert betrachtet – denn ökologische Zusammenhänge und Regenerationszeiten lassen sich nicht
einfach wegheizen.
In der anschließenden Diskussion wurde es noch lebendiger. Der Waldumbau stand im Mittelpunkt: Kann der Mensch wirklich bessere Wälder erschaffen als die Natur selbst? Oder sind natürliche
Prozesse – Epigenetik, Selbstregulation, Verjüngung – langfristig die klügeren Architekten? Die Mehrheit im Raum neigte der Natur zu.
Einigkeit herrschte schließlich in einem Punkt: Ein Wald ist kein Holzlager, sondern ein atmendes, komplexes Ökosystem. Ein Geflecht aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen, das sich selbst
reguliert und in enger Beziehung zum Menschen steht. Die Idee, naturbelassene Wälder konsequent zu schützen und Holzproduktion gezielt auf geeignete Flächen zu konzentrieren, fand großen
Anklang.
Auch Vertreter aus dem Klima- und Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt Wegberg brachten sich engagiert ein – und so endete der Abend nicht nur informativ, sondern inspiriert. Viele gingen mit dem
Gefühl nach Hause, den Wald mit neuen Augen zu sehen.
12.04.2026
Passend zum Frühlingswetter lud der Nabu Wegberg in Kooperation mit dem Netzwerk für Natur und Nachhaltigkeit (NNN) zu einer besonderen Vogelstimmenwanderung in den Wildenrather Wald ein. Unter der fachkundigen Leitung von Josef Tumbrinck erlebten rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen ebenso lehrreichen wie entschleunigenden Spaziergang durch die heimische Natur.
24.03.2026
Am Dienstag, dem 24.03. um 18:30 Uhr findet im Rathaus Wegberg eine teil-öffentliche Ratssitzung statt, in der auch die Baumfällungen an der Industriestraße zur Sprache kommen wird. Wir würden uns freuen, wenn Sie zur Ratssitzung kommen würden, um zu zeigen, dass die Bürger eine Aufarbeitung erwarten und sehen wollen, das der Naturschutz in unserer "Stadt im Grünen" ernstgenommen wird.
Zusammenfassung
In der Ratssitzung am 24.03. wurden kurz die Anfragen der SPD Wegberg und der Grünen Wegberg kommentiert. Da die Anfragen bereits im Vorfeld schriftlich durch die Stadt beantwortet wurden, ging es in der Ratssitzung lediglich um nachträgliche Fragen, die noch nicht ausreichend geklärt wurden. Von Seiten der Stadt wurde erneut darauf hingewiesen, dass durch den Einsatz eines Kettenbaggers möglichst wenige Schäden verursacht werden sollten, ein Großteil der Bäume durch Krankheiten entnommen werden musste, wobei dieser Krankheitsbefall erst während der Fällarbeiten aufgefallen war.
In unseren Augen enthalten sowohl die schriftlichen Antworten der Stadt auf die Anfragen der Parteien als auch die mündlichen Antworten während der Ratssitzung widersprüchliche Aussagen bzw. wird nicht ausreichend belegt, wie neutral und sachlich geprüft wurde, warum aus der ursprünglich als Verkehrssicherung/Durchforstung geplanten Massnahme eine Rodung gemacht wurde.
Der ein oder andere kennt die ehemaligen Flachsrösten in Wegberg an der Industriestraße, die eine Heimat für die verschiedensten Amphibien geworden
sind, in dem kleinen Forstgebiet hatten ebenfalls Fledermäuse ein Quartier bezogen. Nun wurde der Vorwand der Verkehrssicherung genutzt, um massiv in besagtem Forst Bäume zu entnehmen, ohne
Rücksicht auf die lokale Tierwelt und unter Einsatz schwerer Maschinen, die nachhaltig die Böden im Gebiet verdichten. Durch fehlende Beschattung der Flachsrösten aufgrund eines unzureichenden
Blätterdachs kann davon ausgegangen werden, dass die Biotope zeitweise oder dauerhaft vertrocknen und somit nachhaltig ein für Amphibien wichtiger Lebensraum zerstört wurde.
Wenn ihr euch gegen die Zerstörung unserer lokalen Umwelt einsetzen wollt und euch Tierschutz am Herzen liegt, würden wir uns freuen, wenn
ihr am Sonntag zur Mahnwache kommen würdet!
Aktuell ist für den 7.2. um 10 Uhr der jährliche Aufbau des Krötenzauns an der Industriestraße in Wegberg geplant, damit nach dem Abklingen der kalten Tage und vor der Wanderung der Kröten, Frösche und Molche alles bereit ist, um möglichst viele Amphibien sicher in ihre Laichgebiete und zurück zu bringen. Weiterhin soll es noch Sammlungen in Merbeck und eventuell Unterstützung beim Sammeln in der Nähe der Buschmühle geben.
Wer sich vorstellen kann, beim Zaunauf- und -abbau mitzuwirken oder Interesse am Sammeln und Dokumentieren der gefundenen Tiere hat (was insbesondere bei Kindern immer wieder toll ankommt!), kann sich sehr gerne per E-Mail - [email protected] - melden, damit wir die Aktivitäten koordinieren können.
Danke für eure Unterstützung und wir hoffen auch dieses Jahr, dass wir eine gute und erfolgreiche Amphibienwanderung gemeinsam erleben werden.
(Foto: NABU/Jan Piecha)
Viel Spaß bei der bundesweiten „Stunde der Wintervögel“! Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) rufen Naturfreund*innen auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Die nächste, bereits 16. Zählung der Wintervögel findet vom 9. bis 11. Januar 2026 statt.
Melden Sie Ihre Vogelbeobachtungen bitte über unser Online-Formular oder über die kostenlose NABU-App „Vogelwelt“. Nähere Informationen zur Aktion auf unserer Seite „So funktioniert die Teilnahme“.
Faltblatt "Stunde der Wintervögel"
Düsseldorf – Silvester bedeutet jedes Jahr erhebliche Belastungen für Natur und Umwelt und bringt auch viele Menschen Einschränkungen mit sich. Böller, Raketen und grelle Lichter versetzen Vögel, Igel und Fledermäuse in Panik. Gleichzeitig belasten Feinstaub und Müll die Städte und wirken sich insbesondere auf Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Atemwegserkrankungen negativ aus. Der NABU fordert deshalb schon seit vielen Jahren ein Verbot privater Silvesterknallerei und eine Beschränkung auf zentral organisierte Feuerwerke. Doch auch wenn seit einigen Jahren immer mehr Menschen sich für ein Böllerverbot einsetzen, die Importe von Feuerwerk nach Deutschland steigen weiter stark an:
Von Januar bis September 2025 wurden laut Statistischem Bundesamt mehr als 42.400 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert. Das waren 62,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Uns steht möglicherweise Silvester eine noch größere Knallerei als in den Vorjahren bevor – mit entsprechend größeren Belastungen durch Feinstaub und Müllmengen. Auch die schädlichen Auswirkungen auf Wildtiere könnten noch zunehmen“, befürchtet Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU Nordrhein-Westfalen.
Vor allem Vögel reagieren stark auf Böller und Raketen. Naderer: „Sie fliehen in große Höhen, landen für lange Zeit nicht und kehren nur zögerlich zu ihren Rast- und Schlafplätzen zurück. Wasservögel reagieren noch in vier bis sieben Kilometern Entfernung auf Feuerwerk mit Flucht.“ Wenn Vögel in Schwärmen in großer Panik flüchten, können sie gegen Glasscheiben oder Stromleitungen prallen. Auch Säugetiere wie Füchse, Biber und Fledermäuse geraten in Stress, unterbrechen ihre Ruhephasen und riskieren damit ihre Gesundheit. Dadurch verbrauchen sie viel Energie, was sogar lebensbedrohend werden kann, da sie die Energie zum Überleben in der kalten Jahreszeit benötigen.
Andere europäische Länder zeigen, wie es geht: In den Niederlanden wird zum Jahreswechsel 2026/27 ein landesweites Böllerverbot eingeführt und französische Städte wie Paris setzen auf zentral organisierte Feuerwerke. In die richtige Richtung geht auch die Entscheidung der letzten Innenministerkonferenz in Bremen, dass Städte und Gemeinden selbst entscheiden dürfen, ob private Feuerwerke überhaupt und an welchen Stellen stattfinden dürfen. Damit gäbe es kein allgemeines Verbot, sondern eine Lösung, die auf einzelne Gebiete eingeht.
„Lokale Verbotszonen in Innenstädten reichen dabei allerdings nicht aus, die Situation entscheidend zu verbessern“, so Naderer. Solche Regelungen führten oft dazu, dass Menschen auf freie Außenflächen ausweichen – mit der Folge, dass dort sensible Lebensräume und die Tierwelt massiv gestört werden. Vielmehr sollten Städte und Gemeinden ihre Spielräume nutzen und und auf zentral organisierte, möglichst geräuscharme Alternativen setzen – etwa Licht-, Drohnen- oder andere kreative Inszenierungen ohne Knallkörper. So kann das neue Jahr umwelt- und naturfreundlicher begrüßt werden.
NABU-Standpunkt Feuerwerk: www.NABU.de/Feuerwerk
Einladung zum Adventskaffee
18 Dezember 2025 - Sportschule, 1. OG - Bergstraße 16a, Wassenberg - 16:30 - 20:00 Uhr
Die Adventszeit lädt uns ein, für einen Moment innezuhalten – um gemeinsam auf das Erreichte zurückzublicken, das Geschaffene zu würdigen und miteinander zu feiern. Gleichzeitig möchten wir den Blick nach vorn richten, denn der Naturschutz kennt keine Pause. Es bleibt viel zu tun, und jeder Beitrag zählt.
Unser Adventskaffee soll Raum geben für Austausch, Inspiration und ein vertieftes Kennenlernen. Gemeinsam wollen wir Dankbarkeit spüren, Freude teilen und neue Ideen wachsen lassen. Für ein wenig vorweihnachtliche Spannung und Freude wäre es schön, wenn jede*r ein kleines Wichtelgeschenk mitbringt – eine kleine Überraschung für jemand anderen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt: Es erwarten euch wärmende Getränke und süße Leckereien. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr dabei seid – ob geplant oder ganz spontan. Jede Minute in dieser Gemeinschaft ist kostbar und bereichernd.
Wichtig: bitte meldet euer Kommen über [email protected] an!
Hier helft uns damit bei der Planung! Die Räumlichkeit, welche für den Adventskaffee reserviert ist, verfügt über eine Kapazität von ca. 40 Personen.
Vielen herzlichen Dank für eure Berücksichtigung!
Im September 2025 fand auf unserem NABU-Grundstück am Beeckbach eine umfangreiche Pflegemaßnahme zur Verkehrssicherung und Baumpflege statt. Gemeinsam mit der Firma Martin Leupold – Fachbetrieb für Baumpflege und -sicherung wurden dabei nicht nur wichtige Maßnahmen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit durchgeführt, sondern auch wertvolle Einblicke in die Arbeit der professionellen Baumpflege vermittelt.
Herr Leupold nahm sich viel Zeit, uns die Hintergründe und Notwendigkeiten der Maßnahmen ausführlich und geduldig zu erklären. Dabei standen nicht nur die Sicherheit von Spaziergängern im Vordergrund, sondern auch der ökologische Wert jedes einzelnen Baumes.
Besonders gefreut hat uns, dass wir aktiv mithelfen durften: Beim Messen, Kartieren und Untersuchen der Bäume konnten wir selbst Hand anlegen und unter fachkundiger Anleitung wertvolle Erfahrungen sammeln. So lernten wir beispielsweise, worauf bei der Beurteilung von Stand- und Bruchsicherheit zu achten ist, wie Baumkrankheiten erkannt werden und welche Kriterien für Pflegeschnitte oder Erhaltungsmaßnahmen entscheidend sind.
Diese Zusammenarbeit war für uns nicht nur lehrreich, sondern auch ein wunderbares Beispiel dafür, wie Naturschutz und Fachpraxis Hand in Hand gehen können.
Wir bedanken uns herzlich bei Martin Leupold für die tolle Zusammenarbeit.
Ein Zuhause für Eulen, Schwalben & Co: NABU Wegberg ehrt engagierten Naturschutz auf dem Bioland-Hof der Familie Aretz.
Am vergangenen Mittwoch durfte sich der Hof von Dr. agr. H. Aretz über eine besondere Auszeichnung freuen: Die Vorsitzende des NABU Wegberg e.V und die Vorsitzende des NABU Kreisverbandes überreichten die Plakette „Eulenfreundliches Haus“ – eine Anerkennung für den vorbildlichen Einsatz zum Schutz heimischer Eulenarten.
Im Pferdestall des Hofes hat sich eine Schleiereulen-Familie häuslich eingerichtet – ungestört und willkommen. Die Tiere finden hier nicht nur einen sicheren Brutplatz, sondern auch ausreichend Nahrung in der umliegenden Landschaft, die durch eine ökologische Bewirtschaftung Lebensraum für viele Tierarten bietet.
Doch die Eule ist nicht die einzige gefiederte Bewohnerin des Hofes: Rauchschwalben nisten ebenfalls im Stall, es sind mindestens elf Nester, Spatzen zwitschern aus Hecken und in der Abenddämmerung gleiten lautlos Fledermäuse durch die Luft. Eine besondere Überraschung war der kürzliche Anblick eines Eisvogels am nahegelegenen Bachlauf – ein Zeichen dafür, wie wertvoll naturnahe Flächen für bedrohte Arten sind.
„Dr. agr. Aretz zeigt mit seinem Hof, wie Landwirtschaft und Artenschutz Hand in Hand gehen können“, betonte die NABU-Vorsitzende bei der Übergabe der Plaketten. „Solche Menschen brauchen wir, wenn wir unsere heimische Tierwelt bewahren wollen.“
Der NABU Wegberg freut sich, mit dieser Auszeichnung ein Zeichen für gelebten Naturschutz im Alltag zu setzen – und hofft, dass viele weitere Höfe dem Beispiel folgen.
Wir laden Sie herzlich ein, uns am kommenden Sonntag im Forum Wegberg zur 2. Wegberger Klimamesse zu besuchen. Verschiedene Aussteller und Vereine präsentieren Themen und Lösungen rund um Klimaschutz und Klimaanpassung.
Hier finden Sie noch mehr Informationen: 2. Wegberger Klimamesse mit zahlreichen Ausstellern, Oldtimertreff, 10 Jahre "Sankt Martin hilft" und Musik am Sonntag, 7. September | Stadtverwaltung
Wir freuen uns auf Sie!
Gemeinsam für unsere Natur über Grenzen hinweg.
Ein Zuhause für Mehlschwalben seit über 40 Jahren!
Ein echtes Zuhause für den Naturschutz: Familie Burg aus Kaulhausen bei Erkelenz wurde heute mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet – für ihr langjähriges, vorbildliches Engagement zum Schutz der Mehlschwalbe, einer zunehmend gefährdeten Vogelart.
Bereits 1977 wurde das Haus der Familie gebaut. Schon zwei Jahre später brachten sie unter den Nestern Holzbretter zum Schutz vor Kot und herabfallenden Jungvögeln an – ein bewusstes Zeichen von Rücksichtnahme und Tierliebe. Seit etwa 1980 kehren die Mehlschwalben zuverlässig jedes Frühjahr zurück, um unter dem Dach des Hauses zu brüten.
Warum Mehlschwalben unsere Unterstützung brauchen
Mehlschwalben sind Zugvögel, die jedes Jahr tausende Kilometer aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zurücklegen, um bei uns ihre Jungen aufzuziehen. Doch geeignete Nistmöglichkeiten werden immer seltener. Moderne Bauweisen, glatte Fassaden und das Entfernen von Nestern erschweren ihnen das Brüten enorm.
Dabei sind sie nicht nur geschickte Flugkünstler, sondern auch äußerst nützliche Insektenjäger – ein natürliches „Fliegengitter“ auf Flügeln. Ihr Rückgang zeigt deutlich: Auch unsere Gebäudewelt muss wieder schwalbenfreundlicher werden.
Ein Zeichen für gelebten Artenschutz
Mit der Auszeichnung würdigt der NABU Wegberg-Erkelenz-Hückelhoven das Engagement der Familie Burg – und möchte zugleich zur Nachahmung ermutigen. Schon kleine Maßnahmen wie das Anbringen von Kotbrettern oder das Dulden bestehender Nester können große Wirkung für den Artenschutz entfalten.
Ein großes Dankeschön an Familie Burg für über 40 Jahre Einsatz – und für ihr Herz für die Natur direkt am eigenen Haus!
Die Auszeichnung übergab unsere Dani aus der Arbeitsgruppe Artenschutz mit großer Freude.
Begleitet wurde sie dabei vom neuen Kreisvorstand Kathrin Rund.
NABU rät bei anhaltender Hitze zum Aufstellen von Wasserstellen als Erste Hilfe-Maßnahme nicht nur für die Vogelwelt.
Egal wie heiß die Tage sind – Vögel schwitzen nicht. Sie haben keine Schweißdrüsen und regulieren ihre Körpertemperatur auf andere Weise:
Ähnlich wie hechelnde Hunde atmen viele Vogelarten mit geöffnetem Schnabel und geben so Wärme über die Atemwege ab. Oder sie lockern ihr Gefieder, so dass die Luft besser an der Haut zirkulieren
kann. „Vögel brauchen außerdem Schatten und Abkühlung. Und da können wir mit Wasserstellen Erste Hilfe leisten, wenn Bäche oder Teiche mit natürlichen Uferrändern fehlen, an denen Vögel leicht
trinken können“, so Christian Chwallek, Vogelexperte beim NABU Nordrhein-Westfalen. Was dabei wichtig ist:
Für Sauberkeit und Sicherheit sorgen
Hygiene ist das oberste Gebot bei Vogeltränken, egal ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Denn in kleinen Wasserstellen können
sich für Vögel tödliche Krankheitserreger schnell vermehren. Vor allem bei Hitze muss man das Wasser täglich wechseln und die Tränke reinigen. Dazu reichen eine Bürste und kochendes Wasser.
Alternativ nutzt man zwei Wasserschalen abwechselnd und lässt sie zwischendurch in der Sonne trocknen, das tötet Keime ab. Zur Grundausstattung von Wasserschalen gehört ein größerer Ast, ein
Stein oder Stück Holz als Landeplatz und Rettungsinsel für Insekten und Nagetiere.
Das passende Angebot schaffen
Der richtige Platz für eine Trink- und Badestelle ist da, wo sie für Vögel wie Amsel, Rotkehlchen oder Haussperling gut einsehbar ist.
Schützende Büsche oder Bäume in der Nähe bieten schnelle Rückzugsmöglichkeiten bei Gefahr. Man kann spezielle Vogeltränken verwenden, eine flache Schüssel oder ein Blumentopf-Untersetzer tun
ebenfalls gute Dienste. Die Vogeltränke sollte am Rand flach sein, so dass sich die Vögel dem Wasser nähern können. Eine Tränke mit Tiefen zwischen zweieinhalb und zehn Zentimetern bietet
verschiedenen Vogelarten einen Badeplatz. Ist der Boden der Tränke rau, finden die Vögel gut Halt.
Schattige Bereiche anlegen
Hecken und Sträucher sind an heißen Tagen lebenswichtige Schatteninseln für Vögel und viele andere Wildtiere. Sie wirken wie ein
Sonnenschirm aus Blättern und schützen den Boden und die Gartenpflanzen vor dem Austrocknen. So bleibt auch die Erde feuchter – und Amseln finden noch länger Regenwürmer und Schnecken als
Nahrung.
Mehr Tipps für einen naturnahen Garten, der nicht nur der Vogelwelt bei hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit hilft zu überleben,
gibt es unter: https://nrw.nabu.de/
𝗙𝗿𝗲𝗶𝘁𝗮𝗴 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁𝘀 𝘃𝗼𝗿?
𝗗𝗮𝗻𝗻 𝗸𝗼𝗺𝗺 𝘃𝗼𝗿𝗯𝗲𝗶!
🦇 Einladung zur Europäischen Fledermausnacht 2025 in Wegberg 🦇
Freitag, 29. August 2025 | 20:00 – ca. 22:00 Uhr
Treffpunkt: Stadtpark Wegberg, Burgstraße
bei den Stufen am Weiher.
Tauchen Sie ein in die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse!
Fledermäuse gelten oft als unheimlich, dabei sind sie faszinierende, friedliche und äußerst nützliche Tiere. Erleben Sie mit uns eine spannende Sommernacht voller Naturbeobachtung und
überraschender Einblicke!
𝗪𝗮𝘀 𝗲𝗿𝘄𝗮𝗿𝘁𝗲𝘁 𝗦𝗶𝗲?
Nach einer kurzen Einführung zur Biologie, Gefährdung und dem Schutz der Fledermäuse beobachten wir gemeinsam, wie die lautlosen Jäger am Mühlenweiher in Wegberg auf Insektenfang gehen.
Details zur Veranstaltung:
🔹 Im Rahmen der Europäischen Fledermausnacht in über 30 Ländern gefeiert
🔹 Leitung: Dipl.-Biologe Michael Straube (NABU Wegberg)
🔹 Für Familien geeignet, Kinder ab 6 Jahren
willkommen
🔹 Keine Anmeldung erforderlich – einfach vorbeikommen
🔹 Bitte keine Hunde mitbringen
🔹 Denken Sie an: Taschenlampe,
wetterfeste und leise Kleidung
Natur erleben mitten in Wegberg.
Lassen Sie sich verzaubern von einer Sommernacht mit den heimlichen Helden der Lüfte!
Weitere Infos zur Veranstaltung oder bei Rückfragen
bitte an: [email protected]
Herzlichst
Euer NABU-Team
Am 26.06. findet ein Infoabend in der Wegberger Mühle zum Thema "Schutz des Igels" statt. Wir würden uns freuen, wenn insbesondere Gartenbesitzer mit Mährobotern vorbeikommen und sich darüber informieren, wie man den Igel im eigenen Garten schützen und willkommen heißen kann.
Am 29.06.2025 lädt die Igelnothilfe Rosenthal zum Tag der offenen Tür ein. Seht hinter die Kulissen, wie Fundtiere - ob klein oder groß - versorgt und wieder für ein Leben in der Natur vorbereitet werden.
Wir würden euch und Sie besonders bitten, auch Nachbarn und Freunde mit Mährobotern auf die Veranstaltung hinzuweisen, da es gehäuft zu teils schweren Verletzungen durch nächtlich fahrende Mähroboter kommt.
Wir danken im Voraus für Ihr/euer Interesse!
Die Auszählung der Vogelzählung "Stunde der Gartenvögel" ist beendet und kann hier für unseren Kreis Heinsberg eingesehen werden:
Auch wenn es bei einigen Vogelarten einen Rückgang gegeben hat, gab es auch erfreulichen Zuwachs bei einigen Arten, unter anderem bei den Mauerseglern und den Rauch- und Mehlschwalben.
Wir bedanken uns herzlich für alle Teilnehmer*innen und hoffen, dass im kommenden Jahr auch wieder eifrig mitgezählt wird!
Zum Thema "Wildnisentwicklung" lädt das Netzwerk für Natur und Nachhaltigkeit am Freitag, 30.05., um 19 Uhr alle naturbegeisterten und interessierten Menschen in die Wegberger Mühle ein. Die Teilnehmer erwartet ein spannender Vortrag mit Dr. Josef Tumbrinck, Abteilungsleiter im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW (MUNV).
Alles weitere finden Sie und ihr auf der Website des Netzwerks für Natur und Nachhaltigkeit:
Wildnisentwicklung - die Natur sich selbst überlassen - ein Vortrag mit Dr. Josef Tumbrinck
Das Omega-Hoch im März und in der ersten Aprilhälfte und der damit fehlende Regen, bescherte uns und sicherlich auch vielen Landwirten, viel Kopfzerbrechen, da wir nur schwer abschätzen konnten, ob die Bodenfeuchte der vorhergehenden regenreichen Monate für unsere Gehölzpflanzungen in der Teichbachaue ausreichen würde.
Kurzentschlossen fragten wir daher in der ersten Aprilwoche bei dem Nebenerwerbslandwirt nach, der unsere Flächen extensiv bewirtschaftet, ob er uns mit Wassercontainern aushelfen könnte.
Es hat geklappt und war dringend notwendig: der Boden der erst 2024 eingesäten Ackerfläche war bereits rissig und extrem trocken (Foto rechts). Auf der Wiese sah es besser aus (Foto links), der Niedermoorboden konnte mehr Wasser speichern.
Unsere Gießkannen-Aktion auf beiden Flächen hat sicherlich das ein oder andere Gehölz vor dem Vertrocknen bewahrt.

Das Vogelstimmen-Konzert an diesem kalten, sonnigen Sonntagmorgen war überwältigend. Und wie immer war die Vogelerkundungstour mit Dr. Gerards und weiteren Vogelexperten gut besucht und auch für Laien ein großer Gewinn.
Sehr viele Kleinvögel waren aktiv und entsprechend schwierig war es, die einzelnen Arten herauszuhören und zu bestimmen. Von der Sumpfmeise über Rotkehlchen, Blaumeise, Schwanzmeise bis Baumläufer tummelte sich alles in den Bäumen. Die wohl am häufigsten gesichtete und gehörte Vogelart war dieses Jahr wohl der Kleiber. Er war nicht nur im gesamten Wald zu hören, sondern auch gefühlt an jedem zehnten Baum auf Futtersuche. In einer Nadelgehölz-Gruppe wurde das Wintergoldhähnchen gesichtet. Auch Hohltauben waren zu hören und zu sehen.
Neben dem Mäusebussard konnte auch ein Habicht beobachtet werden, der in einem nahegelegenen Baum ungeduldig darauf wartete, dass die Gruppe weiterzog. Vermutlich hatten wir ihn am Boden beim Frühstück gestört.
Und immer wieder Spechte: Buntspecht, Mittelspecht, Grünspecht und den Spuren an Bäumen nach muss auch der Schwarzspecht im Buchholzer Wald vorhanden sein.
Was diese Wanderung aber auch immer sehr bereichert und interessant macht, ist die Tatsache, dass es nicht ausschließlich um Vögel geht. Tierspuren am Wegesrand werden aufgespürt und gedeutet,
besondere Baumarten gezeigt, Biotopbäume erklärt oder Pilze und Farne untersucht. Alles zusammen ergibt eine gute Vorstellung vom Lebensraum Wald und dessen Reichtum. Und so ging am Ende der
Wanderung eine gut gelaunte und mit Wissen bereicherte Gruppe auseinander - bis zur nächsten Wanderung ...
Es gab viel zu tun beim Aktionstag Streuobstwiese der Jugendbildungsstätte St. Georg in Watern am
08. Februar. Die alten Obstbäume warteten wohl schon länger auf einen fachgerechten Schnitt, um wieder mit neuer Kraft in die nächste Obstsaison zu starten. Unter Anleitung eines erfahrenen
Obstbaumexperten konnten NABU Vertreter und Freiwillige der Jugendbildungsstätte ihr Wissen vergrößern.
An unserem NABU Infostand konnten sich Interessierte über alte, regionale Obstbaumsorten und die passenden Samenmischungen zur Herstellung einer blütenreichen Wildblumenmischung informieren.
Auch eine Vertreterin der ehrenamtlich tätigen Igelhilfen aus Wassenberg gab wichtige Informationen wie Igel überwintert oder unterernährte Igel wieder aufgepäppelt werden können. Traurige Bilanz: die ersten Igel mit teils tödlichen Schnittverletzungen durch Freischneider und Heckenrückschnitt wurden bereits abgegeben.
Selten ist das Wetter schön, wenn wir an der Rur bei Brachelen unsere Vogelwanderung durchführen. Auch am 12. Januar war es nasskalt. Trotzdem ließen sich 10 vogelbegeisterte Erwachsene und 2 Kinder nicht abhalten mit Ferngläsern und Spektiven die Landschaft zu genießen. Wegen des Schnees war es ein ruhiger Morgen, auch die meisten Kleinvögel schienen zunächst im Energiesparmodus ihre Zeit in einer geschützen und ruhigen Ecke zu verbringen.
Doch bald flogen von den nahegelegenen Baggerseen verschiedene Gänsearten ein, um auf den Feldern ihr Morgenfrühstück einzunehmen. Auch Saatkrähen, Kormorane und Stockenten kamen ins Blickfeld. Und später erschienen dann doch nach und nach Kleinvögel vor den Fernglaslinsen: Rotkehlchen, Buchfinken, Stare, Kernbeißer, Buntspecht, Blau- und Kohlmeisen, Pieper und Bachstelzen konnten beobachtet werden.
Zwischendurch wurden Tierspuren analysiert und die frisch „erlegten“ Bäume des Bibers betrachtet. Ein Highlight waren elf entdeckte Kiebitze, die als Offenlandbewohner in der heutigen Zeit
zunehmend durch die intensive Landwirtschaft und den Bau der Windräder verdrängt werden und dadurch bereits stark gefährdet sind. Auffallend war, dass kaum Sichtungen von Greifvögeln möglich
waren. Lediglich ein einzelner Mäusebussard ließ sich blicken und gegen Ende der Tour ein Turmfalke im Vorbeiflug.
Fazit: eine schöne Tour, die aber auch über die Jahre hinweg den Bestandsschwund der Arten drastisch vor Augen führt.
Im Oktober wurden verschiedene Nistkästen für Steinkauz, Schleiereule, Waldkauz und Turmfalke gebaut, um sie in den letzten Wochen des Jahres an neuen Standorten aufzuhängen und alte, marode Kästen auszutauschen.
Nicht wenige Privatleute und ein Landwirt meldeten einen Bedarf an Nistkästen an, um den Eulen- und Greifvogelschutz zu unterstützen. Als Gegenleistung halten die neuen "Untermieter" Haus und Hof mäusefrei.
Wie das Aufhängen der Nistkästen abgelaufen ist und die Ergebnisse aussehen, könnt Ihr hier und hier sehen.
Schon 2023 hat der NABU Wegberg mit einer informativen Waldführung unter Leitung der NABU Landesvorsitzenden Dr. Heide Naderer auf den schlechten Zustand des Beecker Waldes in Wegberg aufmerksam gemacht und ein Umdenken bei der forstlichen Nutzung hin zu mehr Naturnähe, Arten- und Lebensraumschutz angemahnt.
Der Stadt Wegberg gehören insgesamt ca. 100 ha Wald im Naturpark Schwalm-Nette / Maas-Schwalm-Nette, darunter hochwertige Schutzgebiete mit europäischem Schutzstatus (FFH-Gebiete) und wichtige Naherholungsgebiete. Dieses muss mit einer ökologisch ausgerichteten Waldwirtschaft zukünftig berücksichtigt werden, um eine weitere Verschlechterung des Waldzustands zu verhindern sowie seine Resilienz gegenüber dem Klimawandel zu stärken.
Veranstalter von "Waldwende jetzt": Netzwerk Natur und Nachhaltigkeit Wegberg in Kooperation mit KlimaTisch Wegberg e.V., Do it for nature, NABU Wegberg e.V., NABU Mönchengladbach e.V.

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | 27. September 2024
NABU fordert dringende Nachbesserungen zum Schutz der biologischen Vielfalt und Beachtung von EU-Recht bei der Windenergieplanung.
Aktuelle Planungen bremsen Artenschutz komplett aus. mehr
ein Teil der Pflanzcrew ...
21.09.24 Im September konnten wir endlich die lang geplante Umgestaltung der NABU eigenen, über 150 Meter langen Ackerfläche in der Teichbachaue realisieren. Wegen der starken Vernässung der Fläche musste unsere Pflanzaktion sowie die Einsaat der Fläche um ein halbes Jahr in den Herbstbeginn verschoben werden.
74 Sträucher aus der Gruppe der Wildgehölze für die freie Landschaft ... mehr
ein Teil der Pflanzenlieferung ...
08.09.24 Der Flachstag im Beecker Flachsmuseum wurde wie schon im letzten Jahr wieder zu einem gut besuchten Event. Unser NABU-Stand im Färbergarten war eine gefragte Infostelle. Sehr viele Kinder zeigten Interesse an unseren NAJU – Bestimmungshilfen für Insekten aller Art. Dabei erzählten sie stolz, was sie alles schon im eigenen Garten oder in der Natur gesehen und erlebt haben.
Die Gespräche mit Erwachsenen wurden oft zu Beratungsgesprächen mit den Themen Gartengestaltung und Gartenbepflanzung. Viele zeigten sich dabei offen für eine naturnahe Gartengestaltung mit heimischen Wildpflanzen. Diese sind zwingend notwendig, um unserer Insektenfauna Nahrung und Lebensraum zu geben und damit den Insektenrückgang zu verlangsamen.
Zahlreiche Informationsbroschüren wurden mitgenommen.
Unser Fazit: eine gelungene Veranstaltung mit zahlreichen guten Gesprächen. Vielen Dank an alle Besucher.


31.08.24 Zum ersten Mal wurde auf unserer neu angelegten Fläche in der Teichbachaue die Wiese gemäht. Das Schwierigste war, im teils hüfthohen Bewuchs die Sträucher zu erkennen und freizulegen. Sie wurden separat freigeschnitten und mit Flatterband gekennzeichnet, damit der Landwirt bei der Mahd diesen Bereich aussparen konnte. Die eigentliche Mahd ging dann zügig voran. Nach dem mehrtägigen Trocknungsprozess wurde das Heu balliert und abtransportiert.
Die Sträucher können ungehindert nachwachsen. Der anhaltende Regen in diesem Jahr hat den Pflanzen zum Teil geschadet. Manche Bereiche standen sogar unter Wasser.
Trotz dieser Schwierigkeiten sehen wir das Projekt bisher als gelungen an. Bei mehrfachen Begehungen war festzustellen, dass die Wiese von Insekten bestens angenommen wird. Neben Wildbienen waren
das Große Heupferd und mehrere Libellenarten auszumachen, Grillen zu hören und Tagfalter zu sehen. Daneben wird die ökologisch aufgewertete Wiese von Grasfröschen genutzt. Die neue Besiedlung der
Fläche mit den verschiedensten Arten gab es bei dem bisher intensiv landwirtschaftlich, mit Gülle gedüngten artenarmen Futtergras-Grünland nicht.
Wir werden die weitere Entwicklung gut beobachten und die Ergebnisse für andere Projekte nutzen.
Beobachtungen online melden / Offizielle Stellen untersuchen tote Amseln
2024 gibt es in der Vogelwelt bundesweit deutlich mehr Fälle des Usutu-Virus als im Vorjahr. Der von Stechmücken übertragene Erreger führt bei Vögeln, vorwiegend Amseln, zu einer meist tödlich verlaufenden Erkrankung. Auch den NABU erreichen aktuell vermehrt Anfragen von Menschen, die sich um offensichtlich kranke Amseln sorgen. Bislang werden derzeit in Niedersachsen aber die meisten Fälle verzeichnet. mehr
17.07.24 Endlich einige trockene Tage in Folge, sodass unsere Wiese mit den selbst gezogenen Obstbäumen am 17. Juli gemäht werden konnte. Für 26.000 Quadratmeter Wiese sind mehrere Arbeitsdurchgänge mit Traktoren erforderlich, die von einem Landwirt zuverlässig und in vertrauensvoller Zusammenarbeit durchgeführt werden. Nach der Mahd muss das Heu zunächst trocknen (rechts im Bild), damit es zu einem wertvollen Futtermittel für Rinder und Pferde wird.
Natürlich ist auch einiges an Handarbeit notwendig um unsere gepflanzten jungen Gehölze, die bald einen schönen Waldmantel bilden werden, freizustellen -
eine schweißtreibende Arbeit, die von unseren Aktiven übernommen wird.
09.06.24 Beim Tag der offenen Gartenpforte des NABU Wegberg am 09. Juni im Färbergarten gab es interessante Führungen, bei denen die einzelnen Färbepflanzen und ihre Verwendung in historischen Zeiten vorgestellt wurden. Der Färbergarten gehört zum schönen Ambiente des Flachsmuseums in Wegberg-Beeck und wird von uns gestaltet und betreut.
Das sehr schöne Wetter machte informative Gespräche am NABU Infostand und Diskussionen zur tagesgleichen Europawahl möglich.
Besonders gefragt waren die Broschüren zur naturnahen und torffreien Gartengestaltung mit heimischen Wildpflanzen und natürlich die kostenlosen Samentütchen mit zertifiziertem regionalen Wildpflanzen-Saatgutmischungen.
Diese wurden uns vom Landschaftsverband Rheinland kostenlos zur Verfügung gestellt. EigentümerInnen oder PächerInnen von Flächen, die eine artenreiche blühende Wiese mit heimischen Wildpflanzen anlegen möchten, können eine Förderung von regionalem Saatgut beim Landschaftsverband Rheinland beantragen.