Alte Obstsorten

Streuobstwiese
Streuobstwiese - Foto NABU/Hannes Huber

Alte Streuobstwiesenflächen sind in ihrer Artenvielfalt innerhalb der Kulturlandschaftsräume kaum zu überbieten. Mit den alten Obstsorten stellen sie nicht nur eine Schatzkammer für den Sortenerhalt dar, die alten Hochstämme mit ihren Bruthöhlen sind auch ein wichtiges Habitat für Vögel u.a. dem Steinkauz, Fledermäuse und andere Kleinsäuger.

Die artenreichen Magerwiesen unter den Obstbäumen stellen in der heutigen Zeit einen unentbehrlichen Rückzugsort für zahlreiche Insekten dar. Ist die Fläche dann noch idealerweise von einer Hecke umgeben, so stellt sich ein gutes Kleinklima ein, sodass z.B. im Frühjahr die Baumblüte auch vor Spätfrösten besser geschützt ist.


Waldrandpflanzung II November 2022

Der November- Arbeitseinsatz fand wieder auf der Obstwiese statt. Schon seit dem letzten Arbeits-einsatz wurde ein Fläche, die vom Wasserwerk nach einer Brunnenrenovierung neu angeschüttet wurde mit schlechtem Mutterboden, in mühevoller Arbeit von Hirsegras, Melde und Kartoffelstrauch befreit. Nachdem die nachgelieferten Rosen an den vorgesehenen Pflanzstellen in den "Boden versenkt" waren, wurden die letzten Quadratmeter der Unkrautfläche gerodet und anschließend mit heimischen Wildblumensamen eingesät.

Waldrandpflanzung Oktober 2022

Wolliger Schneeball, Pfaffenhütchen, Faulbaum, Besenginster, Geißblatt und fünf verschiedene Wildrosen-arten, dies war nur ein kleiner Teil der Pflanzen, die während des Arbeitseinsatzes am 8.10. auf der Obst-wiese gepflanzt wurden. Als Ergänzung und Übergang von Waldrand zur Wiese wurden an neun Ab-schnitten Wildsträucher und Wildpflanzen gesetzt. Zusätzlich wurden in den von Brennesseln befreiten Flächen Wildblumensamen ausgesät. Einige noch nicht gelieferte Wildrosen werden in den kommenden Wochen nachgesetzt und eine kleine von Hirsegras und Melde überwucherte Fläche wird freigelegt und ebenfalls mit Wildblumensamen eingesät. Dann gibts es für Biene, Hummel, Schmetterling und Co ab Frühjahr einen gut gedeckten Tisch.


Erste Wiesenmahd mit Heuwender auf der neuen Obstwiese im Juni 2022


Die Obstbäume sind umgezogen

Am 6.11.2021 war es soweit: der große Umzug der Obstbäume. Während ein Gartenbauunternehmen mit einem Kleinbagger am künftigen Standort die Löcher für die Bäume grub, hatten sich morgens um 8.00 Uhr schon die 10 fleißigen NABU Mitglieder an der Naturschutzstation eingefunden und begonnen, die Bäume auszugraben. Anschließend wurden 26 Bäume auf den Transporter des Gartenbaubetriebes verladen und zum Wegberger Firmengelände gefahren.

Zwei Halbstämme wurden von einem NABU Mitglied mitgenommen und werden auf dessen Obstwiese einen Platz finden. Eine "Triumph von Vienne"- Birne hat das Landwirt- Ehepaar Clever in Empfang genommen, unser Dankeschön, dass wir an ihren Bäumen Reiser schneiden durften.

Die restlichen 23 Bäume wurden in kräftezehrender Arbeit auf die Obstwiese gepflanzt. 63 Baumpfähle galt es von Hand einzurammen, die Querbalken des Dreibocksystems zu schneiden und anzuschrauben und ebenso 63 Baumbefestigungen mit Sisalstricken zu knüpfen.Zwei Halbstämme wurden  ebenfalls gesetzt. Zum Abschluss war dann Gießkannenschleppen angesagt, um die Bäume gut anzuwässern.

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Ein Dankeschön gilt dem Gartenbauunternehmen Beecker, ohne dessen Hilfe dies alles an einem Tag nicht zu schaffen gewesen wäre.

 

Nun hoffen wir, dass alle Bäume gut anwachsen. In den ersten Jahren ist eine intensive Pflege erforderlich. Wir sind gespannt, wann die ersten Früchte zu bestaunen sind.

August 2021

Es hat sich voraussichtlich eine Fläche für den langfristigen Verbleib der Obstbäume auf einem privaten Firmengelände gefunden. Im Herbst wird dann der große "Umzug" der Bäume stattfinden.

03.07.2021

 

Die Hochstämme haben im Mai angefangen auszutreiben, bei den meisten Bäumen scheint die Veredelungsstelle angewachsen zu sein.

Leider haben bis auf 4 Exemplare die veredelten Halbstämme nicht überlebt. Wir vermuten, daß die im Handel angebotenen Unterlagen nicht vital genug waren.

Der Schafszaun wurde inzwischen errichtet.

Die jungen Bäume müssen nun regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Vor allem das Mähen der Wiese zwischen den Reihen und das Gießen bereitet nicht wenig Arbeit.

März 2021

 

Der nächste Teil der Obstsortenrettung ist geschafft: 23 Hochstämme und 23 Halbstämme von verschiedenen Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschsorten haben ihren vorübergehenden Platz auf einer Schafswiese der Station in Wildenrath gefunden, darunter auch die von uns als dringlich zu rettende Sorten der Huetjansbirne und der Birnensorte Triumph von Vienne.

Nun hoffen wir, daß alle Bäume gedeihen und dann im nächsten Jahr einen Platz auf einer geeigneten Streuobstwiese finden.

Vorausgegangen waren etliche Stunden schweißtreibender Arbeit mit vielen Helfern. Zunächst wurden Pflanzgräben für die Bäume ausgehoben. Am 23.3.21 war der große Veredelungstag zusammen mit der Biologischen Station Haus Wildenrath. Die Expertin, Frau Gerke, hat alle Hochstämme für die Station und für unser Projekt veredelt. Helfer aus beiden Gruppen haben die Stämme zugeschnitten, die Veredelungstelle angestabt, dutzende Etiketten beschriftet und alle Bäume für die Pflanzaktion vorbereitet. Es folgten drei weitere Tage intensiver Arbeit: Hochstämme im Drahtkorb gegen Wühlmausverbiss einpflanzen, die Halbstämme in Töpfe verpflanzen, alle Bäume gegen Frostrisse weißeln, die Hochstämme fachgerecht anbinden und alle Baumstämme mit Verbissschutz ausrüsten. Nun fehlt nur noch der Weidezaun als Sperre, dann dürfen auch die Schafe die Wiese wieder benutzen.

Herbst 2020

 

Zu den Kernaufgaben des NABU gehört der Erhalt von Obstsorten, die früher im ländlichen Raum regionale Bedeutung hatten. In unserem Gebiet sind dies z.B. die Apfelsorten "Rheinisches Seidenhemdchen", "Linnicher Bohnapfel", "Schöner von Elmpt", die sehr seltene "Huetjansbirne" sowie die Kirschsorten "Grevenbroicher Knorpelkirsche" und "Rheinische Braune Leber".

 

Der NABU Wegberg hat einige alte Sorten entdeckt und wird sie im Frühjahr veredeln. Die Bäume werden vorübergehend eine Platz an der Naturscutzstation in Wildenrath finden, bis sich eine geeignete Fläche zur langfristigen Pacht als Streuobstwiesenfläche gefunden hat.

 

Besonderen Wert legen wir dabei auf die Huetjansbirne, von der es nur noch ein einziges Exemplar im Wegberger Raum gibt. Diese Birnensorte hatte in unserer Region Anfang des letzten Jahrhunderts eine große Bedeutung für die Herstellung von Birnenkraut. Ihr Holz war in der Tischlereien sehr begehrt.

Der letzte verbliebene Baum ist in einem sehr schlechten Zustand, sodass wir uns verstärkt um seinen  Erhalt bemühen werden.

 

 

 

Ebenfalls im Wegberger Raum ist ein einzelnes Exemplar der Birne "Triumph von Vienne" zu finden, eine Sorte aus Frankreich, die um 1900 den Weg nach NRW fand. Hier handelt es sich um eine äußerst schmackhafte Tafelbirne, die leider wegen kurzer Haltbarkeit und mangelnder Bruchfestigkeit der Bäume bei Sturm aus dem Erwerbsgartenbau aussortiert wurde. 

 

 

Sollten Ihnen im Wegberger/ Erkelenzer /Hückelhovener Raum noch Bäume seltener erhaltenswerter Obstsorten bekannt sein, bitten wir Sie, uns dieses zu melden. Kontakt: E-Mail info@nabu-wegberg.de

 

Und falls Sie Interesse an einem der zukünfigen jungen Obstbäume für ihren eigenen Garten haben, dürfen Sie gerne bei uns anfragen.