Alte Obstsorten

Streuobstwiese
Streuobstwiese - Foto NABU/Hannes Huber

Alte Streuobstwiesenflächen sind in ihrer Artenvielfalt innerhalb der Kulturlandschaftsräume kaum zu überbieten. Mit den alten Obstsorten stellen sie nicht nur eine Schatzkammer für den Sortenerhalt dar, die alten Hochstämme mit ihren Bruthöhlen sind auch ein wichtiges Habitat für Vögel, Steinkauz und Fledermaus. Die artenreichen Magerwiesen unter den Obstbäumen stellen in der heutigen Zeit einen unentbehrlichen Rückzugsort für zahlreiche Insekten dar. Ist die Fläche dann noch idealerweise von einer Hecke umgeben, so stellt sich ein gutes Kleinklima ein, sodass z.B. im Frühjahr die Baumblüte auch vor Spätfrösten besser geschützt ist.

Update August 2021

Es hat sich voraussichtlich eine Fläche für den langfristigen Verbleib der Obstbäume auf einem privaten Firmengelände gefunden. Im Herbst wird dann der große "Umzug" der Bäume stattfinden.

Update 03.07.2021

 

Die Hochstämme haben im Mai angefangen auszutreiben, bei den meisten Bäumen scheint die Veredelungsstelle angewachsen zu sein.

Leider haben bis auf 4 Exemplare die veredelten Halbstämme nicht überlebt. Wir vermuten, daß die im Handel angebotenen Unterlagen nicht vital genug waren.

Der Schafszaun wurde inzwischen errichtet.

Die jungen Bäume müssen nun regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Vor allem das Mähen der Wiese zwischen den Reihen und das Gießen bereitet nicht wenig Arbeit.

Update März 2021

 

Der nächste Teil der Obstsortenrettung ist geschafft: 23 Hochstämme und 23 Halbstämme von verschiedenen Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschsorten haben ihren vorübergehenden Platz auf einer Schafswiese der Station in Wildenrath gefunden, darunter auch die von uns als dringlich zu rettende Sorten der Huetjansbirne und der Birnensorte Triumph von Vienne.

Nun hoffen wir, daß alle Bäume gedeihen und dann im nächsten Jahr einen Platz auf einer geeigneten Streuobstwiese finden.

Vorausgegangen waren etliche Stunden schweißtreibender Arbeit mit vielen Helfern. Zunächst wurden Pflanzgräben für die Bäume ausgehoben. Am 23.3.21 war der große Veredelungstag zusammen mit der Biologischen Station Haus Wildenrath. Die Expertin, Frau Gerke, hat alle Hochstämme für die Station und für unser Projekt veredelt. Helfer aus beiden Gruppen haben die Stämme zugeschnitten, die Veredelungstelle angestabt, dutzende Etiketten beschriftet und alle Bäume für die Pflanzaktion vorbereitet. Es folgten drei weitere Tage intensiver Arbeit: Hochstämme im Drahtkorb gegen Wühlmausverbiss einpflanzen, die Halbstämme in Töpfe verpflanzen, alle Bäume gegen Frostrisse weißeln, die Hochstämme fachgerecht anbinden und alle Baumstämme mit Verbissschutz ausrüsten. Nun fehlt nur noch der Weidezaun als Sperre, dann dürfen auch die Schafe die Wiese wieder benutzen.

Herbst 2020

 

Zu den Kernaufgaben des NABU gehört der Erhalt von Obstsorten, die früher im ländlichen Raum regionale Bedeutung hatten. In unserem Gebiet sind dies z.B. die Apfelsorten "Rheinisches Seidenhemdchen", "Linnicher Bohnapfel", "Schöner von Elmpt", die sehr seltene "Huetjansbirne" sowie die Kirschsorten "Grevenbroicher Knorpelkirsche" und "Rheinische Braune Leber".

 

Der NABU Wegberg hat einige alte Sorten entdeckt und wird sie im Frühjahr veredeln. Die Bäume werden vorübergehend eine Platz an der Naturscutzstation in Wildenrath finden, bis sich eine geeignete Fläche zur langfristigen Pacht als Streuobstwiesenfläche gefunden hat.

 

Besonderen Wert legen wir dabei auf die Huetjansbirne, von der es nur noch ein einziges Exemplar im Wegberger Raum gibt. Diese Birnensorte hatte in unserer Region Anfang des letzten Jahrhunderts eine große Bedeutung für die Herstellung von Birnenkraut. Ihr Holz war in der Tischlereien sehr begehrt.

Der letzte verbliebene Baum ist in einem sehr schlechten Zustand, sodass wir uns verstärkt um seinen  Erhalt bemühen werden.

 

 

 

Ebenfalls im Wegberger Raum ist ein einzelnes Exemplar der Birne "Triumph von Vienne" zu finden, eine Sorte aus Frankreich, die um 1900 den Weg nach NRW fand. Hier handelt es sich um eine äußerst schmackhafte Tafelbirne, die leider wegen kurzer Haltbarkeit und mangelnder Bruchfestigkeit der Bäume bei Sturm aus dem Erwerbsgartenbau aussortiert wurde. 

 

 

Sollten Ihnen im Wegberger/ Erkelenzer /Hückelhovener Raum noch Bäume seltener erhaltenswerter Obstsorten bekannt sein, bitten wir Sie, uns dieses zu melden. Kontakt: E-Mail info@nabu-wegberg.de

 

Und falls Sie Interesse an einem der zukünfigen jungen Obstbäume für ihren eigenen Garten haben, dürfen Sie gerne bei uns anfragen.