Alte Obstsorten

Streuobstwiese
Streuobstwiese - Foto NABU/Hannes Huber

Alte Streuobstwiesenflächen sind in ihrer Artenvielfalt innerhalb der Kulturlandschaftsräume kaum zu überbieten. Mit den alten Obstsorten stellen sie nicht nur eine Schatzkammer für den Sortenerhalt dar, die alten Hochstämme mit ihren Bruthöhlen sind auch ein wichtiges Habitat für Vögel, Steinkauz und Fledermaus. Die artenreichen Magerwiesen unter den Obstbäumen stellen in der heutigen Zeit einen unentbehrlichen Rückzugsort für zahlreiche Insekten dar. Ist die Fläche dann noch idealerweise von einer Hecke umgeben, so stellt sich ein gutes Kleinklima ein, sodass z.B. im Frühjahr die Baumblüte auch vor Spätfrösten besser geschützt ist.

 

Zu den Kernaufgaben des NABU gehört der Erhalt von Obstsorten, die früher im ländlichen Raum regionale Bedeutung hatten. In unserem Gebiet sind dies z.B. die Apfelsorten "Rheinisches Seidenhemdchen", "Linnicher Bohnapfel", "Schöner von Elmpt", die sehr seltene "Huetjansbirne" sowie die Kirschsorten "Grevenbroicher Knorpelkirsche" und "Rheinische Braune Leber".

 

2021 will der NABU Wegberg in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Wildenrath eine kleine Fläche mit alten Sorten anlegen. Im Frühjahr werden an den alten Bäumen Reiser geschnitten und auf den entsprechenden Unterlagen veredelt. Neben den Hochstämmen soll auch auf Halbstämme veredelt werden, um sie später in Privatgärten auszupflanzen. So kann mit einer größeren Verbreitung der Erhalt der Sorten gesichert werden.

 

Besonderen Wert legen wir dabei auf die Huetjansbirne, von der es nur noch ein einziges Exemplar im Wegberger Raum gibt. Diese Birnensorte hatte in unserer Region Anfang des letzten Jahrhunderts eine große Bedeutung für die Herstellung von Birnenkraut. Ihr Holz war in der Tischlereien sehr begehrt.

Der letzte verbliebene Baum ist in einem sehr schlechten Zustand, sodass wir uns in den nächsten Monaten um seinen  Erhalt bemühen werden.

 

 

 

Ebenfalls im Wegberger Raum ist ein einzelnes Exemplar der Birne "Triumph von Vienne" zu finden, eine Sorte aus Frankreich, die um 1900 den Weg nach NRW fand. Hier handelt es sich um eine äußerst schmackhafte Tafelbirne, die leider wegen kurzer Haltbarkeit und mangelnder Bruchfestigkeit der Bäume bei Sturm aus dem Erwerbsgartenbau aussortiert wurde. 

 

 

Sollten Ihnen im Wegberger/ Erkelenzer /Hückelhovener Raum noch Bäume seltener erhaltenswerter Obstsorten bekannt sein, bitten wir Sie, uns dieses zu melden. Kontakt: E-Mail info@nabu-wegberg.de

 

Und falls Sie Interesse an einem der zukünfigen jungen Obstbäume für ihren eigenen Garten haben, dürfen Sie gerne bei uns anfragen.