Flächenversiegelung

Gegen weitere Versiegelungen durch Gewerbegebiete

 

Der Kreis Heinsberg: ländlicher Raum an der Grenze zu den Niederlanden mit viel Wald, Äckern und Wiese, darin eingebettet kleine idyllische Dörfer, prädestiniert zum Wandern oder Radwandern. So verkauft es uns die Tourismusbroschüre.

 

Die Bilanz der letzten Jahre ist weniger idyllisch. Versiegelung durch Gewerbegebiete: Lindern 240 ha, Übach-Palenberg 30 ha, Erkelenz Commerden über 100 ha, Geilenkirchen-Niederheid 20 ha, Hückelhoven-Baal 50 ha.

Hinzu kommen die Gewerbegebiete von Wegberg, Rath-Anhoven und das komplette ehemalige Flugplatzgelände Wildenrath. Ebenso der Flächenverbrauch durch Neubaugebiete plus Infrastruktur in Erkelenz mit den Braunkohle-Umsiedlungsdörfern sowie Oerather Mühlenfeld und Verdichtungen in allen Stadtteilen.

Wegberg weist mittlerweile eine fast geschlossene Bebauung innerhalb des Grenzlandringes, Klinkum- Römerstrasse, Arsbeck - Auf dem Kamp, Erweiterungen in Merbeck und Dalheim etc. auf.

Dazu der Lastverkehr durch Gewerbegebiete in den Nachbarkommunen, wie z.B. die riesigen Firmengelände von Amazon und Bad Reuter in Mönchengladbach-Rheindalen.

 

Diese Liste ließe sich für den gesamten Kreis endlos fortsetzen, und die Kommunen weisen immer noch weitere Bebauungs- und Gewerbegebiete aus.

Die versiegelte Fläche im Kreis Heinsberg liegt derzeit bereits bei über 25 % - in einem ländlich geprägten Kreis, der auch von landwirtschaftlich nutzbaren und damit unversiegelten Flächen lebt!

 

Handwerksbetriebe und kleine Gewerbebetriebe gehören nicht auf die grüne Wiese außerhalb der Ortschaften, im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit sollten nur kurze Wege nötig sein. Die aktuellen Spritpreise sprechen ebenfalls dafür. Und da der Klimawandel eine Abkehr von unserem ewigen Kaufrausch verlangt, werden auch weitere Großgewerbegebiete mit Versandlagerhallen überflüssig.

 

Für alle bebauten Flächen wurden hochwertige Ackerböden vernichtet. Dabei steht gerade die Landwirtschaft in unserem Kreis durch den Wegfall von Ackerflächen durch den Tagebau enorm unter Druck. Hochwertige Lößböden wurden vernichtet. Den umgesiedelten Landwirten wurden von RWE nur mittelmäßige Böden als Ersatz zur Verfügung gestellt, die erst einmal aufwändig und wahrscheinlich mit hohem Düngemitteleinsatz gleichwertige Erträge liefern werden. Ein weiterer Raubbau an der Natur muss verhindert werden!

Ein weiterer Aspekt muss bedacht werden: all diese Flächen müssen unterhalten werden, insbesondere die Infrastruktur. Aber die klammen Kommunen schaffen ja jetzt schon kaum die notwendigen Ausbesserungen oder Sanierungen von Straßen und Kanalnetzen, geschweige eine Bereitstellung von schnellem Internet. Die Starkregenereignisse des letzten Jahres haben obendrein deutlich gezeigt, dass mehr Gelder in offene Flächen und Renaturierungsgebiete investiert werden müssen.

 

Wir fordern:

  • keine weiteren Versiegelungen durch Gewerbegebiete im Kreis Heinsberg
  • Umdenken im Wohnungsbau mit Nachverdichtung, mehr Altbausanierung und alternativen Konzepten wie Wohnungstausch
  • Änderung der Bedarfsermittlung für Gewerbesiedlungen und Bebauungsflächen nach realem Bedarf und nicht künstlich hochgerechneten Ermittlungen aus den vergangenen Jahrzehnten
  • Förderung der kleinstrukturierten Landwirtschaft nach biologischen Gesichtpunkten
  • Anlage von Biotopen und Flutungsflächen entlang der kleineren Bachläufe, auch im Hinblick auf die Artenvielfalt