Braunkohletagebau

NABU Plakataktion  zur Landtagswahl 2022


Planung "Rheinisches Revier" ohne Natur- und Umweltschutz?

Erklärung der NABU-Verbände Mönchengladbach, Wegberg, Erkelenz Und Hückelhoven

 

Die NABU-Verbände aus der Region von Hückelhoven über Erkelenz, Wegberg bis Mönchengladbach haben beschlossen, in Zukunft noch enger zusammen zu arbeiten. „Viele Themen zum Schutz unserer Region sind nur »mit Blick über den lokalen Tellerrand hinaus« zu bewältigen.“ meinten dazu die Vorsitzenden Kaufhold und Sasserath. In einem Arbeitskreis wurden drastisch zunehmende Gefahren und Risiken analysiert:

 

„Wir beobachten wesentliche Verschlechterungen in der Entwicklung unserer Region:

  1. Steigende Bedrohung der gemeinsamen Naturschutz- und Feuchtgebiete,
  2. Zunahme der negativen Kurz- und Ewigkeitsfolgen durch die Tagebaue,
  3. das aktuelle Thema 20 Jahre Stillstand bei Hochwasser- und Starkregenschutz.“

so die beiden Vorsitzenden.

Die Teilnehmer aus gemeinsamen Arbeitsgruppen waren der Meinung, dass die Bedrohung der rheinischen Kulturlandschaft durch den überregionalen Entwicklungsplan "Rheinisches Revier" höchste Priorität geniessen muss.

 

Regionalplanung ohne Natur- und Umweltschutz

Eine landeseigene Gesellschaft habe dazu ein schlagkräftiges Lobby-Bündnis der Wirtschaft geschnürt, aus dem der Kultur-, Natur- und Umweltschutz nahezu vollständig ausgeschlossen worden sei. Versuche der Landesverbände, dieser drohenden einseitigen Entwicklung entgegenzutreten, versuchen die Lobbyisten mit allen Mitteln zu verhindern. Beispiel: ein neues Landes-Gesetz mit dem Ziel der Reduzierung der Verbändebeteiligung in der Landesplanung.

 

Keine Vorsorge, keine Nachhaltigkeit

Die zwingenden Zukunfts-Themen Vorsorge und Nachhaltigkeit zum Schutz unserer Region mit ihren wertvollen Kultur-, Natur-, und Umwelt-Gütern kommen in den Planungsunterlagen nicht vor. Unter anderem wird zur Zeit versucht, unter Umgehung von Natur- und Landschaftsschutz bis hinein in geschützte Landschaftsteile Flächen- und Siedlungsplanung mit Versiegelung riesiger Flächen - wie in den vergangenen 20 Jahren - durchzuboxen.

 

Nichts gelernt aus den letzten 20 Jahren?

Besonders negativ wurde eingeschätzt, dass die Risiken einer ungebremsten Flächen- und Siedlungspolitik gerade erst durch die jüngsten Naturkatastrophen auf dramatische Weise deutlich wurden. Erfahrungen aus Hochwasser-Ereignissen der letzten zwanzig Jahre werden schlicht ignoriert.

 

Antwort aus den Reihen des Lobby-Bündnis dazu? Keine!

Bereitschaft, die aktuell vorliegenden Planungsideen zu überprüfen? Keine.

 

Deshalb wurden für die kommenden entscheidenden Monate ein gemeinsames Vorgehen der Verbände beschlossen, um dieser Entwicklung entgegen zu treten:

  • Kern-Forderungen zum Thema nachhaltige Landschaftsentwicklung mit dem Ziel Erhaltung und Nachhaltigkeit,
  • die Zusammenarbeit der Natur- und Umweltverbände mit Bezug auf das Projekt "Rheinisches Revier" wird ausgebaut und überregional koordiniert,
  • Führung zum Thema Fehler der Flächen- und Siedlungsentwicklung am Beispiel neue Baugebiete in Überflutungsflächen und Auen,
  • die für diese Planungen verantwortlichen Parteien auf Bundes- und Landesebene werden öffentlich zur Stellungnahme aufgefordert,
  • die Antworten werden durch die Verbände öffentlich ausgewertet.

NABU MG: Kurt Sasserath

NABU Wegberg (Erkelenz,Hückelhoven): Gabriele Kaufhold

 


Leserbrief zu “Ein Kompass für die Zeit nach dem Tagebau” in RP 04.10.2021

Bewusste Täuschung
Schöne Bildchen, großes Gejubel, so wird die Bevölkerung – vielleicht bewusst - getäuscht.

Denn während Herr Heckers noch zusammen mit dem Büro "must" und den hohen
Tieren die zehn Empfehlungen zur Entwicklung des Rheinischen Reviers bejubelt, liegt als
dicke Hochglanzbroschüre “ Neuland” mit vielen 3D animierten Bildchen schon die nächste
Planungsstufe der Hambach GmbH in der Schublade. Beide Planungen haben eine
Gemeinsamkeit: die Natur kommt in ihnen nicht vor! Wir sollen uns von Seilbahnen auf die
Sophienhöhe und schwimmenden Wäldern einlullen lassen, damit wir übersehen, daß mit
keinem Wort Biotopvernetzung und Naturschutzzonen vorkommen. Der Tagebau hat alles
zerstört und da ist es höchste Pflicht in Zeiten des Klimawandels, bei den Neuplanungen der
Natur Priorität einzuräumen und einen großen Teil des Geldes auch hier zu investieren, das
jetzt schon quasi unter der Hand in alle Ecken verteilt wird. Ein Waldsaum mit Radweg
entlang der Kante ist lediglich der Tatsache geschuldet, daß man aus Sicherheitgründen
Siedlungs- und Gewerbegebiete nicht bis an den Rand bauen kann. Dies ist aber das einzige
“Grün”, das in den Planungen vorkommt. Wenn man dann noch hinzunimmt, daß der Chef
der Hambach GmbH, Herr Boris Linden, öffentlich die Parole ausgegeben hat, daß es
“erklärtes Ziel ist, bereits vor der Verabschiedung des neuen Regionalplans die Zusage der
Landesregierung zur Ausweisung neuer Gewerbegebiete zu erhalten”, dann wissen alle, wo
der Naturschutz bleibt: auf der Strecke! Denn, auch dies vergisst Herr Heckers im Infokasten
zum Regionalplan Köln zu erwähnen- der Regionalplan legt nicht nur verbindlich
Siedlungsräume, Gewerbegebiete und Verkehrsinfrastruktur fest, sondern auch gesetzlich
geschützte Biotope und Naturschutzgebiete. Hier sollen also Tatsachen geschaffen werden,
bevor etwas für den Klimawandel getan werden kann.

 

Gisela Stotzka