Volksinitiative Artenvielfalt

Gemeinsame Pettion von NABU, BUND und LNU

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG BUND NRW, LNU und NABU NRW                 

Düsseldorf, 10. November 2021                                                                                                                

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 Volksinitiative: Schwarz-Gelb ignoriert Stimmen für mehr Artenvielfalt

Düsseldorf - Mit Unverständnis reagieren die nordrhein-westfälischen Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und des Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf den gestrigen Beschluss des Umweltausschusses zur Ablehnung der Volksinitiative Artenvielfalt NRW. Damit werde die Chance verpasst, zum Ende der Legislaturperiode etliche Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren und die Weichen für mehr Artenvielfalt in NRW zu stellen.

Gestern hatte die Mehrheit aus CDU und FDP gegen die Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen der Volksinitiative eine Absage erteilt. Für deren Initiatoren ist dies „ein Schlag ins Gesicht von mehr als 115.000 NRW-Bürger*innen, die vom Landtag die Verabschiedung eines Handlungsprogramms Artenvielfalt NRW eingefordert hatten.“ Angesichts des fortschreitenden Artenschwundes und des weiter ungebremsten Flächenfraßes sei dies ein „naturschutzpolitischer Offenbarungseid“.

BUND, LNU und NABU hatten mit der Volksinitiative Artenvielfalt NRW acht zentrale Handlungsfelder für mehr Artenvielfalt aufgezeigt und einen grundsätzlichen Politikwechsel eingefordert. Ob in der Gewässerschutz- oder Waldpolitik, ob beim Stadtnaturschutz oder der Landesplanung – überall hätten CDU und FDP sich mit dem gestrigen Beschluss klar für ein „Weiter so wie bisher“ entschieden. Damit müssten die Mehrheitsfraktionen aber auch die Verantwortung für den zunehmenden Verlust an Artenvielfalt und die ökologische Verarmung in NRW übernehmen. Die Naturschutzverbände kündigten an, trotz der „akuten Enttäuschung“ weiter für die Inhalte der Volksinitiative zu kämpfen. „Die Landtagswahl am 15. Mai 2022 ist nicht nur eine Klimawahl, dann wird auch über den Ausweg aus der Biodiversitätskrise entschieden.“  

Mehr Infos zur Volksinitiative: www.artenvielfalt-nrw.de. 

Ansprechpartner/in:

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf 
Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich) 
Tel. 0211.15 92 51 - 14 | E-Mail: 
B.Koenigs@NABU-NRW.de  


Mit möglichst vielen Unterschriften von NRW-Wähler*innen wollen wir ein kraftvolles Zeichen setzen und den Landtag auffordern, mehr für den Naturschutz in unserem Land zu tun.

Untenstehend finden Sie unsere acht Kernforderungen. Wenn Sie die offizielle Unterschriftenliste von www.artenvielfalt-nrw.de herunter­geladen haben, können sich bis zu fünf Personen (nur Wahlberech-tigte über 18 Jahre) in eine Unterschriftenliste eintragen. Bitte schreiben Sie leserlich und beachten das Formularraster. Laden Sie ggf. weitere Formulare herunter (2-seitig) und lassen Sie auch Freunde und Bekannte unterzeichnen.

 

 



Info-Stand vom NABU Wegberg

Der NABU Wegberg ruft seine Bürger*innen auf, die Volksinitiative mit einer Unterschrift zu unterstützen und so ein deutliches Signal für notwendige Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt in NRW an den Landtag und die Kommunalpolitik zu senden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Info-Stand im August 2020 auf dem Wegberger Mühlenmarkt

 

Mit einer Aktion vor dem Landtag in Düsseldorf haben die drei großen NRW-Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) am 23.07.2020 die landesweite Volksinitiative Artenvielfalt gestartet.

 

Bis zum Frühjahr 2021 sollen mindestens 66.000 Unterschriften gesammelt werden. Dann muss sich der NRW-Landtag mit der Volksinitiative beschäftigen. In acht zentralen Handlungsfeldern fordern wir Naturschützer und Naturschützerinnen einen deutlichen Politikwechsel.

 

Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Der dramatische Rückgang vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten duldet keinen Aufschub mehr. Auch im Kreis Heinsberg sieht es nicht besser aus. Deswegen geht der NABU Wegberg trotz Corona auf Straßen und Marktplätze um Unterschriften zu sammeln. Dabei werden natürlich alle Hygieneregeln beachtet. Gestartet wurde am 14.08. mit einem Info-Stand auf dem Wegberger Mühlenmarkt. Viele Bürger aus Wegberg und Erkelenz, aber auch Mönchengladbach und Hückelhoven haben ihre Unterschriften für die Volksinitiative geleistet und damit dokumentiert wie wichtig ihnen ein Umdenken ist.

In allen diesen Politikfeldern sehen BUND, LNU und NABU Stillstand oder Rückschritte. Ein politischer Wille der Landesregierung, dem dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt konsequent zu begegnen, ist nicht erkennbar. Vereinzelte Förderprogramme ersetzen keine Strategie. Wirtschaftlichen Aspekten wird Vieles untergeordnet. Beispiele hierfür sind in unserer Region der anhaltende Braunkohle-Abbau, die ungebremste Ausweisung von neuen Gewerbegebieten oder das Bauvorhaben von Windkraftanlagen im Birgeler Wald, um nur einige wenige zu nennen.

Die Landesregierung in Düsseldorf ist gefordert, einen ordnungsrechtlichen Rahmen zu setzen, der Natur- und Klimaschutz stärker berücksichtigt. Zwar können die Kommunen im Rahmen ihrer Bauleitplanung entsprechende Vorgaben machen, aber hier gibt es noch extrem viel Nachholbedarf. Öffentliche Grünflächen naturnah zu gestalten, kommunale Grundstücke im Außenbereich unter ökologischen Aspekten bewirtschaften zu lassen oder kommunale Waldparzellen aus der Nutzung zu nehmen, sollte für unsere Verwaltungen ein selbstverständlicher Ressourcenschutz sein.

 

Wer kann unterschreiben?

Um die Forderungen der Volksinitiative Artenvielfalt NRW zum Thema im Landtag zu machen, müssen mindestens 0,5 Prozent der deutschen Stimmberechtigten (ab 18 Jahren) in Nordrhein-Westfalen unterschreiben. Gültig sind nur manuelle Unterschriften auf dem offiziellen Unterschriftenbogen.

Wo kann ich unterschreiben?

Man findet die Unterschriftenbögen auf der Webseite der Volksinitiative (s.u.) zum Download und Ausdrucken. Achten Sie bitte darauf, Vorder- und Rückseite des DIN A4 Blattes auszudrucken, andernfalls verliert der Bogen seine Gültigkeit.

Außerdem gibt es Sammelstellen, bei denen leere Unterschriftenbögen abgeholt und ausgefüllte Bögen abgegeben werden können.

In Wegberg sind Sammelstellen im Innenring eingerichtet:

Flachsstraße 31 und Tüschenbroicher Straße 31.

In Erkelenz können ausgefüllte Unterschriftenbögen bei

Verde Naturkost, Nordpromenade 1 abgegeben werden.

 

Wo gebe ich die ausgefüllten Bögen wieder ab?

Ausgefüllte Unterschriftenbögen können an den Sammelstellen abgegeben oder direkt an das Büro der Volksinitiative geschickt werden: Volksinitiative Artenvielfalt, Postfach 19 00 04, 40110 Düsseldorf. Personen aus unterschiedlichen Gemeinden oder Städten sollten auf unterschiedlichen Unterschriftenbögen unterschreiben, da die Listen später von den jeweils zuständigen Einwohnermeldeämtern geprüft werden.

 

Hier kommen Sie direkt zur Homepage der Volksinitiative...

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